Zum Inhalt springen

Software & Apps

KI-Assistent im Alltag: Was ChatGPT & Co. gut können

Von der RedaktionVeröffentlicht ca. 7 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet

KI-Assistenten eignen sich gut für Entwürfe, Zusammenfassungen und Erklärungen, sollten aber bei Fakten geprüft werden, und sensible Daten gehören nicht in die Eingabe.

Symbolfoto zum Ratgeber: KI-Assistenten im Alltag: Was ChatGPT & Co. gut können
Foto: Matheus Bertelli / Pexels
Inhaltsverzeichnis
  1. Was dahintersteckt
  2. Wofür sich KI-Assistenten gut eignen
  3. Wofür Sie sie lieber nicht allein nutzen
  4. Gute Anfragen schreiben
  5. Datenschutz: Was nicht in die Eingabe gehört
  6. Alltagsbeispiele mit Mustern
  7. Welchen Assistenten wählen?
  8. Antworten prüfen: Eine kurze Checkliste
  9. Typische Anfängerfehler
  10. KI direkt auf dem Gerät
  11. Fazit

KI-Assistenten schreiben E-Mails, fassen Dokumente zusammen, erklären Fehlermeldungen und helfen bei der Reiseplanung. Sie sind erstaunlich nützlich und gleichzeitig erstaunlich unzuverlässig, sobald es um Fakten geht. Wer das weiß, kann sie gewinnbringend einsetzen, ohne auf Erfundenes hereinzufallen oder versehentlich sensible Daten preiszugeben. Dieser Ratgeber zeigt, wofür sich Assistenten wie ChatGPT, Claude, Microsoft Copilot, Google Gemini oder Le Chat im Alltag eignen, wie Sie gute Anfragen formulieren und wo die Grenzen liegen.

Was dahintersteckt

Hinter den Assistenten arbeiten große Sprachmodelle. Sie wurden mit riesigen Textmengen trainiert und berechnen, welche Wortfolge zu einer Anfrage passt. Das erklärt Stärken und Schwächen: Sie formulieren flüssig, fassen zusammen und strukturieren, haben aber kein verlässliches Faktenwissen im Sinne einer Datenbank. Ein Chatbot dieser Art kann daher überzeugend klingende Falschaussagen liefern, die sogenannten Halluzinationen. Allgemeine Einführungen zum Thema bietet das Lexikon unter KI.

Wofür sich KI-Assistenten gut eignen

AufgabeWarum es funktioniertWorauf Sie achten sollten
Texte entwerfen und umformulierenSprachliche Stärke, schnelle VariantenNamen, Zahlen und Fakten selbst prüfen
Lange Texte zusammenfassenVerdichtet Inhalte, wenn Sie den Text mitliefernWichtige Details können fehlen
Fehlermeldungen und Technik erklärenKennt typische Ursachen und LösungswegeBefehle vor dem Ausführen prüfen, Sicherung anlegen
Ideen sammeln und strukturierenLiefert schnell viele AnsätzeAuswahl und Bewertung bleiben Ihre Aufgabe
Übersetzen und SprachhilfeGutes Sprachgefühl in vielen SprachenBei Verträgen und Amtlichem fachkundig prüfen lassen
Lernen und ErklärenErklärt Begriffe auf Ihrem Niveau, stellt RückfragenWichtige Aussagen gegenprüfen

Wofür Sie sie lieber nicht allein nutzen

Bei medizinischen, rechtlichen und finanziellen Fragen kann ein Assistent eine erste Orientierung geben, ersetzt aber keine fachliche Beratung. Auch tagesaktuelle Fakten, Zitate, Quellenangaben, Literaturhinweise und Statistiken sollten Sie nie ungeprüft übernehmen, weil Modelle Quellen erfinden können. Verlassen Sie sich außerdem nicht darauf, dass Rechenergebnisse stimmen; bei Zahlen ist ein Taschenrechner oder eine Tabellenkalkulation die bessere Wahl. Wenn ein Assistent eine Websuche anbietet, prüfen Sie die angegebenen Quellen und öffnen Sie sie selbst.

Gute Anfragen schreiben

Ein sogenannter Prompt ist die Anweisung an den Assistenten. Je klarer sie ist, desto brauchbarer das Ergebnis. Bewährt hat sich dieser Aufbau:

  1. Rolle und Ziel nennen: „Hilf mir, eine höfliche Absage an einen Bewerber zu formulieren.“
  2. Kontext liefern: Wer ist der Empfänger, was ist der Anlass, welcher Ton ist gewünscht?
  3. Format festlegen: „Drei Absätze, maximal 120 Wörter“ oder „als Tabelle mit drei Spalten“.
  4. Material mitgeben: Fügen Sie den Text ein, der bearbeitet werden soll, statt nur darüber zu sprechen.
  5. Nachfassen: Bitten Sie um Änderungen („kürzer“, „weniger förmlich“) statt neu zu beginnen. Der Verlauf des Gesprächs hilft dem Assistenten.

Hilfreich ist auch die Aufforderung, offene Punkte zu benennen: „Stelle mir Rückfragen, falls Informationen fehlen.“ Das verbessert Ergebnisse bei komplexen Aufgaben spürbar.

Datenschutz: Was nicht in die Eingabe gehört

Alles, was Sie eingeben, wird auf Servern des Anbieters verarbeitet. Je nach Dienst und Einstellung können Eingaben gespeichert und unter Umständen zur Verbesserung der Modelle genutzt werden. Geben Sie deshalb keine Passwörter, Zugangsdaten, Gesundheitsdaten, vertraulichen Geschäftsinformationen oder personenbezogenen Daten Dritter ein. Anonymisieren Sie Texte vorab: Ersetzen Sie Namen und Adressen durch neutrale Kürzel wie „Person A“ oder „Musterstraße“.

  1. Öffnen Sie die Datenschutz- oder Datenkontrolle-Einstellungen Ihres Dienstes und prüfen Sie, ob Ihre Unterhaltungen für das Training verwendet werden. Bei vielen Anbietern lässt sich das abschalten.
  2. Nutzen Sie, falls vorhanden, temporäre Chats, die nicht im Verlauf gespeichert werden.
  3. Löschen Sie Unterhaltungen mit sensiblen Inhalten nach Gebrauch.
  4. Prüfen Sie Standort und Datenschutzhinweise des Anbieters. Einige Dienste haben ihren Sitz in der EU, andere in den USA.

Selbstständige und Unternehmen sollten zusätzlich klären, ob Kundendaten überhaupt verarbeitet werden dürfen und ob ein Vertrag zur Auftragsverarbeitung nötig ist. Grundlegende Hinweise zum Umgang mit KI-Systemen veröffentlicht das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf bsi.bund.de.

Alltagsbeispiele mit Mustern

E-Mail beantworten

Fügen Sie die eingegangene Nachricht (ohne Namen) ein und schreiben Sie: „Antworte freundlich und sachlich, sage den Termin am Donnerstag zu und bitte um die Unterlagen. Maximal 100 Wörter.“ Lesen Sie das Ergebnis, passen Sie Anrede und Ton an und senden Sie es erst danach.

Technikproblem lösen

Beschreiben Sie Gerät, Betriebssystem, Fehlermeldung und das, was Sie bereits versucht haben. Fragen Sie nach Ursachen in der Reihenfolge ihrer Wahrscheinlichkeit und nach der Möglichkeit, jede Maßnahme rückgängig zu machen. Führen Sie keine Befehle aus, die Sie nicht verstehen.

Dokument verstehen

Bitten Sie um eine Zusammenfassung in einfacher Sprache und um eine Liste der Fristen und Pflichten. Prüfen Sie diese anschließend am Original, besonders bei Verträgen und Bescheiden.

Welchen Assistenten wählen?

Unterschiede bestehen bei Funktionen, Datenschutzmodell, Websuche, Dateiverarbeitung und Einbindung in andere Programme. Microsoft Copilot ist in Windows und Office-Anwendungen integriert, Google Gemini in Google-Dienste, ChatGPT und Claude sind eigenständige Dienste, Le Chat kommt von einem europäischen Anbieter. Vergleichen Sie zunächst anhand Ihrer Aufgaben, ob die kostenlose Variante reicht. Neutrale Kurzbeschreibungen finden Sie in unserem Software-Verzeichnis. Eine feste Rangliste gibt es nicht, weil sich Funktionen und Bedingungen rasch ändern. Sinnvoll ist ein Vergleich mit derselben Testaufgabe: Geben Sie zwei Assistenten dieselbe Anfrage, etwa eine Zusammenfassung eines eigenen, unkritischen Textes, und bewerten Sie Verständlichkeit, Genauigkeit und Ton. Entscheiden Sie erst danach, welcher Dienst dauerhaft zu Ihnen passt.

Antworten prüfen: Eine kurze Checkliste

Gewöhnen Sie sich an einen festen Ablauf, bevor Sie eine Antwort weiterverwenden. Er dauert meist nur wenige Minuten.

PrüffrageVorgehen
Stimmen Namen, Zahlen und Daten?Mit Originalquelle oder offizieller Seite vergleichen
Gibt es die genannte Quelle wirklich?Link öffnen, Titel und Autor suchen; fehlt sie, gilt die Aussage als ungeprüft
Passt die Antwort zu Ihrer Situation?Rahmenbedingungen wie Land, Version und Gerät abgleichen
Ist die Lösung riskant?Vor Befehlen, Löschaktionen oder Einstellungen ein Backup anlegen
Klingt etwas zu glatt?Nach Gegenargumenten und Unsicherheiten fragen

Besonders heikel sind rechtliche und medizinische Auskünfte, Preise, Öffnungszeiten und technische Anleitungen für spezielle Geräte. Hier lohnt der Weg zur offiziellen Quelle, etwa zur Herstellerseite oder zu einer Beratungsstelle. Für Verbraucherthemen bietet die Verbraucherzentrale unter verbraucherzentrale.de geprüfte Informationen.

Typische Anfängerfehler

  • Zu knappe Anfragen: „Schreib was über Datenschutz“ liefert Allgemeinplätze. Nennen Sie Zielgruppe, Länge und Zweck.
  • Erste Antwort als endgültig behandeln: Meist wird das Ergebnis mit zwei bis drei Nachfragen deutlich besser.
  • Zu viel Vertrauen bei Quellen: Prüfen Sie Links und Zitate, bevor Sie sie weitergeben.
  • Sensible Inhalte ungeschützt eingeben: Anonymisieren Sie konsequent, auch bei harmlos wirkenden Texten.
  • Keine eigene Meinung einbringen: Der Assistent liefert Material, die Entscheidung bleibt bei Ihnen.

KI direkt auf dem Gerät

Neuere Smartphones und Laptops enthalten Spezialchips für KI-Aufgaben, sogenannte NPUs. Sie ermöglichen es, bestimmte Funktionen wie Diktat, Bildbearbeitung oder Textvorschläge lokal auszuführen, ohne dass Eingaben das Gerät verlassen. Welche Funktionen tatsächlich lokal laufen und welche an Server gesendet werden, geben die Hersteller in ihren Datenschutzhinweisen an. Wenn Ihnen Datenschutz besonders wichtig ist, lohnt der Blick in diese Hinweise, bevor Sie eine Funktion aktivieren.

Fazit

KI-Assistenten sind ein starkes Werkzeug für Sprache, Struktur und Ideen und ein unzuverlässiger Zeuge für Fakten. Wer klare Anfragen stellt, Ergebnisse prüft und sensible Daten fernhält, gewinnt im Alltag Zeit. Beginnen Sie mit kleinen, risikoarmen Aufgaben wie Entwürfen und Zusammenfassungen und weiten Sie die Nutzung schrittweise aus, wenn Sie ein Gefühl für Stärken und Schwächen entwickelt haben. Führen Sie dabei ruhig eine kleine Notiz über Anfragen, die gut funktioniert haben; solche Vorlagen sparen später viel Zeit.

Begriffe in diesem Beitrag

Häufige Fragen

Wofür eignen sich KI-Assistenten im Alltag am besten?

Für Entwürfe und Umformulierungen, Zusammenfassungen, Ideensammlungen, Erklärungen und Übersetzungen. Bei Fakten, Zahlen und Quellen ist stets eine eigene Prüfung nötig.

Warum erfinden KI-Assistenten manchmal Fakten?

Sprachmodelle berechnen wahrscheinliche Wortfolgen und besitzen keine geprüfte Faktendatenbank. Deshalb können sie plausibel klingende, aber falsche Aussagen liefern, sogenannte Halluzinationen.

Welche Daten darf ich nicht eingeben?

Passwörter, Zugangsdaten, Gesundheits- und Finanzdaten, vertrauliche Geschäftsinformationen und personenbezogene Daten Dritter. Anonymisieren Sie Texte vor der Eingabe.

Werden meine Eingaben zum Training genutzt?

Das hängt vom Anbieter und Ihrer Einstellung ab. In den Datenschutzeinstellungen lässt sich die Nutzung für das Training oft ausschalten; prüfen Sie die Optionen Ihres Dienstes.

Welcher KI-Assistent ist der beste?

Das hängt von Ihren Aufgaben, Ihrem Datenschutzanspruch und den genutzten Programmen ab. Probieren Sie die kostenlosen Varianten mit einer typischen Aufgabe aus und vergleichen Sie die Ergebnisse.

Weiterlesen