Die Latenz ist die Zeit, die ein Datenpaket vom Absender zum Ziel und zurück braucht, gemessen in Millisekunden. Niedrige Latenz sorgt für schnelle Reaktionen bei Spielen, Videotelefonie und Fernzugriff.
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Verzögerung statt Tempo
Während die Bandbreite sagt, wie viele Daten pro Sekunde fließen, beschreibt die Latenz, wie lange ein einzelnes Datenpaket unterwegs ist. Man misst sie in Millisekunden (ms). Ein Vergleich: Bandbreite entspricht der Breite einer Straße, Latenz der Fahrzeit für eine Strecke. Eine breite Straße hilft nicht, wenn der Weg sehr lang ist.
Wovon die Latenz abhängt
Mehrere Faktoren bestimmen den Wert: die Entfernung zum Server, die Zahl der Stationen auf dem Weg, die Art des Anschlusses sowie die Auslastung der Leitung. Glasfaser und Kabel haben meist niedrigere Werte als Mobilfunk. Im WLAN kommt eine zusätzliche Verzögerung hinzu, die bei schlechtem Empfang oder vielen Geräten stark schwanken kann. Satellitenverbindungen über geostationäre Satelliten haben physikalisch bedingt hohe Latenzen, neuere Systeme in niedrigeren Umlaufbahnen liegen deutlich darunter.
Wo sie sich bemerkbar macht
Bei Online-Spielen führt hohe Latenz zu verzögerten Reaktionen, bei Videokonferenzen zu ineinandergreifenden Sätzen, beim Fernzugriff auf einen Rechner zu träger Mausbewegung. Beim Streamen oder Herunterladen großer Dateien spielt sie dagegen eine geringere Rolle, weil Daten gepuffert werden. Auch das Laden von Webseiten mit vielen kleinen Elementen leidet unter hoher Latenz.
Verbessern lässt sie sich teilweise
Nutzen Sie nach Möglichkeit ein LAN-Kabel statt WLAN, vermeiden Sie gleichzeitige große Uploads, die die Leitung verstopfen, und wählen Sie in Spielen einen nahegelegenen Server. Ein VPN erhöht die Latenz meist etwas. Wenn die Werte plötzlich schwanken, prüfen Sie zuerst, ob andere Geräte im Netz große Datenmengen übertragen. Den Wert selbst ermitteln Sie mit dem Ping-Befehl.
Richtwerte zur Einordnung
Als grobe Orientierung gelten Werte unter etwa 20 ms im Heimnetz mit Kabel als sehr gut, Werte bis rund 50 ms als gut für die meisten Anwendungen. Werte über 100 ms spüren Sie bei Spielen und Anrufen deutlich. Die Zahlen sind Faustwerte, die Empfindlichkeit hängt vom Einsatz ab.
Wer dauerhaft schlechte Werte misst, kann den Anbieter mit dokumentierten Messungen ansprechen.
Auch der Router spielt mit: Veraltete Geräte oder überlastete Funkkanäle fügen zusätzliche Millisekunden hinzu, die sich durch einen Neustart oder Kanalwechsel verringern lassen.
Häufige Fragen zu Latenz
Was ist ein guter Ping-Wert?
Unter etwa 50 ms ist für die meisten Anwendungen gut. Spieler bevorzugen noch niedrigere Werte.
Ist Latenz dasselbe wie Ping?
Ping ist ein Test, der die Latenz misst. Umgangssprachlich wird der Messwert ebenfalls Ping genannt.
Wird die Latenz mit mehr Bandbreite besser?
Nicht unbedingt. Mehr Bandbreite hilft bei großen Datenmengen, die Reaktionszeit hängt vor allem von Weg und Technik ab.