Ransomware ist Schadsoftware, die Dateien verschlüsselt oder Geräte sperrt und für die Freigabe Lösegeld fordert. Sie wird umgangssprachlich als Erpressungstrojaner bezeichnet.
Inhaltsverzeichnis
Erpressung per Software
Ransomware verschlüsselt Dokumente, Fotos und Datenbanken auf dem betroffenen Gerät und auf erreichbaren Laufwerken und Netzwerkfreigaben. Anschließend erscheint eine Nachricht mit der Forderung, einen Betrag, meist in Kryptowährung, zu bezahlen. Teilweise drohen die Täter zusätzlich damit, erbeutete Daten zu veröffentlichen. Betroffen sind Privatpersonen ebenso wie Unternehmen und Behörden.
Wie der Befall abläuft
Der Einstieg erfolgt oft über Phishing-Mails mit schädlichen Anhängen, über Sicherheitslücken in Servern und Fernzugängen oder über manipulierte Downloads. Die Software verbreitet sich im Netz und beginnt erst nach einiger Zeit mit der Verschlüsselung. Manchmal wurde das Netz schon Tage zuvor ausgespäht.
Vorsorge
- Regelmäßige, getrennte Backups nach der 3-2-1-Regel, davon eine Kopie offline.
- Betriebssystem und Programme aktuell halten.
- Vorsicht bei Anhängen und Links, Makros in Office-Dateien deaktiviert lassen.
- Arbeiten Sie im Alltag mit einem Konto ohne Administratorrechte.
- Fernzugänge mit Zwei-Faktor-Anmeldung absichern.
Wenn es passiert ist
Trennen Sie das Gerät sofort vom Netz und schalten Sie es nicht aus, wenn Sie Spuren sichern wollen, oder fahren Sie es herunter, je nach Anleitung eines Fachmanns. Zahlen Sie nicht vorschnell: Eine Zahlung garantiert keine Entschlüsselung und finanziert die Täter. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik rät, den Vorfall der Polizei zu melden. Für manche Varianten existieren Entschlüsselungswerkzeuge, die Sie über das Projekt „No More Ransom“ finden.
Wiederherstellung
Setzen Sie das System neu auf und spielen Sie die Daten aus einem sauberen Backup zurück. Prüfen Sie, ob die Sicherung nicht ebenfalls verschlüsselt wurde. Ändern Sie Passwörter von einem sauberen Gerät aus und schließen Sie die Lücke, über die der Angriff erfolgte.
Für Unternehmen
Kleine Firmen sind häufig Ziel, weil Schutzmaßnahmen fehlen. Notfallplan, Rollenverteilung und getestete Wiederherstellung gehören zur Grundausstattung. Informieren Sie sich bei den zuständigen Stellen über Meldepflichten, falls personenbezogene Daten betroffen sind.
Wenn Daten gestohlen wurden, prüfen Sie, ob Pflichten zur Meldung bestehen.
Nutzen Sie Verzeichnisse mit Entschlüsselungswerkzeugen, bevor Sie über andere Wege nachdenken.
Dokumentieren Sie den Vorfall mit Datum, Uhrzeit und Bildschirmfotos der Forderung, das erleichtert die Anzeige und Rückfragen bei Fachleuten.
Häufige Fragen zu Ransomware
Soll ich das Lösegeld zahlen?
Davon wird abgeraten. Es gibt keine Garantie auf Entschlüsselung, und Zahlungen finanzieren weitere Angriffe.
Wie schütze ich mich am besten?
Mit regelmäßigen, getrennt aufbewahrten Backups und aktuellen Systemen.
Gibt es kostenlose Entschlüsselung?
Für einige Varianten ja, etwa über das Projekt No More Ransom. Eine Garantie gibt es nicht.