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Sicherheit & Datenschutz

Phishing erkennen: Merkmale gefälschter Mails und SMS

Von der RedaktionVeröffentlicht ca. 7 Min. Lesezeit
Kurz beantwortet

Phishing erkennen Sie an fremden Absenderdomains, abweichenden Link-Zielen, Zeitdruck und der Aufforderung, Zugangsdaten einzugeben; seriöse Anbieter verlangen Passwörter oder TANs nie per Mail oder SMS.

Symbolfoto zum Ratgeber: Phishing erkennen: Merkmale gefälschter Mails und SMS
Foto: https://kaboompics.com/ / Pexels
Inhaltsverzeichnis
  1. Wie Phishing funktioniert
  2. Die wichtigsten Warnzeichen
  3. Links und Absender prüfen
  4. Typische Fälschungen im Alltag
  5. Was tun, wenn Sie geklickt haben?
  6. Verdächtige Nachrichten melden und Schutz einrichten
  7. Ein Beispiel: die verdächtige Paket-SMS
  8. Besondere Vorsicht bei Anhängen und Rechnungen
  9. Wenn Familie und Kollegen betroffen sind
  10. Fazit

Die Nachricht wirkt dringend: Ein Paket könne nicht zugestellt werden, das Konto werde gesperrt, eine Zahlung sei fehlgeschlagen. Genau diesen Druck erzeugen Betrüger absichtlich, denn wer hektisch klickt, prüft nicht mehr. Die gute Nachricht: Gefälschte Mails und SMS verraten sich meist durch wenige, gut erkennbare Merkmale.

Wie Phishing funktioniert

Beim Phishing geben sich Täter als Bank, Paketdienst, Behörde oder Online-Shop aus. Ziel ist es, dass Sie auf einen Link tippen, eine gefälschte Anmeldeseite aufrufen und dort Zugangsdaten, Kartendaten oder Freigabecodes eingeben. Manchmal hängt auch eine Datei an, die Schadsoftware installiert. Die Kanäle haben eigene Namen:

  • Phishing per E-Mail, oft mit nachgebautem Firmenlogo.
  • Smishing per SMS oder Messenger, meist mit kurzem Link und Zeitdruck.
  • Vishing per Telefonanruf, etwa vom angeblichen Bankmitarbeiter.
  • Quishing über QR-Codes, die auf Plakaten, Briefen oder in Mails auf eine Fälschung führen. Wie QR-Codes aufgebaut sind, erklärt das Lexikon.

Die wichtigsten Warnzeichen

Kein einzelnes Merkmal beweist eine Fälschung, aber mehrere zusammen sind ein deutliches Signal. Gehen Sie die folgende Liste durch, bevor Sie irgendetwas anklicken.

MerkmalWoran Sie es erkennen
AbsenderadresseAbsendername wirkt echt, die Adresse dahinter gehört aber zu einer fremden oder zufälligen Domain.
AnredeAllgemeine Formulierungen wie „Sehr geehrter Kunde“, obwohl der Anbieter Ihren Namen kennt.
ZeitdruckDrohungen mit Sperrung, Gebühren oder Fristen von wenigen Stunden.
Link-ZielDer sichtbare Text zeigt eine bekannte Adresse, das tatsächliche Ziel ist eine andere.
DateianhangUnerwartete Rechnungen als ZIP, HTML oder Office-Datei mit Makros.
DatenabfrageAufforderung, Passwort, PIN, TAN oder Kartennummer einzugeben.
SpracheAuffällige Formulierungen, ungewöhnliche Anrede oder eigenartige Zeichensetzung; bei KI-geschriebenen Texten fällt das aber zunehmend weg.

Verlassen Sie sich nicht allein auf Rechtschreibfehler. Heutige Fälschungen sind sprachlich oft fehlerfrei, deshalb zählen Absender, Link-Ziel und die Art der Aufforderung mehr als der Stil.

Eine einfache Gegenprobe ist die Kontextfrage: Passt die Nachricht zu etwas, das Sie gerade getan haben? Eine Passwort-Rücksetzung, die Sie nicht angefordert haben, oder eine Bestellbestätigung für einen Shop, bei dem Sie nie eingekauft haben, ist fast immer ein Fall für den Papierkorb. Auch Absender, die Sie zum ersten Mal sehen und die trotzdem Vertrautheit vortäuschen, verdienen Misstrauen.

Das Link-Ziel lässt sich ohne Klick herausfinden:

  1. Am PC: Mauszeiger über den Link bewegen, ohne zu klicken. Die tatsächliche Adresse erscheint unten links im Browser- oder Mailfenster.
  2. Auf dem iPhone: Den Link in der Mail oder Nachricht lange gedrückt halten. Eine Vorschau mit der vollständigen Adresse erscheint.
  3. Auf Android: Link lange drücken und die Adresse im Kontextmenü ansehen, in manchen Mail-Apps auch über „Link-Adresse kopieren“ und anschließendes Einfügen in ein Textfeld.
  4. Den entscheidenden Teil lesen: Maßgeblich ist der Bereich direkt vor der ersten Endung und dem folgenden Schrägstrich. Bei „login.meinebank.example-sicherheit.com“ gehört die Seite zu „example-sicherheit.com“, nicht zur Bank.

Prüfen Sie zusätzlich die Absenderadresse. Tippen Sie in der Mail-App auf den Absendernamen, damit die echte Adresse sichtbar wird. Seriöse Anbieter schreiben von ihrer eigenen Domain, Betrüger nutzen häufig kostenlose Mailadressen oder lange, zufällig wirkende Domains.

Typische Fälschungen im Alltag

Besonders häufig treten einige Muster auf. Paketbenachrichtigungen verlangen eine kleine Gebühr für die Zustellung. Bankmitteilungen fordern eine „Verifizierung“ der App oder des TAN-Verfahrens. Streamingdienste und Online-Shops melden angeblich eine fehlgeschlagene Zahlung. Behörden drohen mit Rückforderungen oder verlangen Angaben zur Steuer. Chef-Mails an Mitarbeiter bitten um dringende Überweisungen oder Gutscheinkarten. Gemeinsam ist allen die Kombination aus bekanntem Namen, Dringlichkeit und Link.

Banken und seriöse Dienste fragen Passwörter, PINs oder TANs weder per Mail noch per SMS oder Telefon ab. Wenn jemand am Telefon behauptet, von Ihrer Bank zu sein, und eine Freigabe in der App verlangt, beenden Sie das Gespräch und rufen Sie die Ihnen bekannte offizielle Nummer selbst an.

Was tun, wenn Sie geklickt haben?

Ruhe bewahren und zügig handeln. Wie weit der Schaden reicht, hängt davon ab, was Sie eingegeben haben.

  1. Nichts weiter eingeben und die Seite schließen. Wurde eine Datei geöffnet, trennen Sie das Gerät vom Netz und lassen es mit einem aktuellen Virenschutz prüfen.
  2. Passwort ändern beim betroffenen Dienst, am besten von einem anderen, sauberen Gerät aus. Wenn Sie das Passwort auch anderswo nutzen, ändern Sie es dort ebenfalls.
  3. Zwei-Faktor-Schutz aktivieren, falls noch nicht geschehen. Der Begriff ist im Lexikon unter Zwei-Faktor-Authentifizierung erklärt.
  4. Bank informieren, wenn Konto- oder Kartendaten betroffen sind. Den zentralen Sperr-Notruf erreichen Sie unter 116 116. Fragen Sie nach Sperrung und Rückholung von Zahlungen.
  5. Anzeige erstatten, falls ein Schaden entstanden ist. Das geht bei jeder Polizeidienststelle oder in vielen Bundesländern online.
  6. Kontoauszüge und Anmeldeaktivität in den folgenden Wochen im Blick behalten.

Verdächtige Nachrichten melden und Schutz einrichten

Melden Sie Fälschungen, damit sie gefiltert werden. In den gängigen Mail-Programmen gibt es dafür „Phishing melden“ oder „Als Junk melden“. Auf dem iPhone erscheint bei unbekannten Absendern in der Nachrichten-App unter der Nachricht die Option „Junk melden“, bei Google Messages lässt sich ein Chat als Spam melden und blockieren. Die Verbraucherzentralen sammeln aktuelle Betrugsmaschen im Phishing-Radar auf verbraucherzentrale.de, dort können Sie nachsehen, ob eine Masche bekannt ist.

Vorbeugend helfen automatische Updates für Betriebssystem und Browser, ein Passwort-Manager sowie Passkeys. Ein Passwort-Manager füllt Zugangsdaten nur auf der Domain aus, für die sie gespeichert wurden. Auf einer Fälschung bleibt das Feld daher leer, was ein sehr zuverlässiges Warnsignal ist. Passkeys sind an die echte Website gebunden und lassen sich auf einer nachgebauten Seite nicht verwenden.

Ein Beispiel: die verdächtige Paket-SMS

Sie erhalten eine SMS: „Ihr Paket wartet, bitte bestätigen Sie die Adresse innerhalb von 24 Stunden.“ Erwarten Sie überhaupt eine Lieferung? Falls nicht, ist die Sache fast schon entschieden. Falls doch, gehen Sie in drei Schritten vor. Erstens: Absender ansehen, denn Paketdienste schreiben selten von normalen Handynummern aus. Zweitens: Den Link nicht antippen, sondern die Sendungsnummer in die offizielle App des Dienstes oder in die Bestellbestätigung des Händlers übernehmen. Drittens: Die Nachricht als Junk melden und löschen. Dieser Ablauf dauert eine Minute und lässt sich auf fast jede andere Masche übertragen.

Besondere Vorsicht bei Anhängen und Rechnungen

Unerwartete Rechnungen, Mahnungen und Bewerbungen mit Anhang sind ein klassischer Weg für Schadsoftware. Besonders verdächtig sind komprimierte Archive, Dateien mit doppelter Endung wie „rechnung.pdf.exe“ und Office-Dokumente, die Sie auffordern, „Inhalte zu aktivieren“ oder „Bearbeitung zu aktivieren“. Letzteres ist bei seriösen Dokumenten fast nie nötig. Öffnen Sie solche Dateien nicht, sondern fragen Sie beim vermeintlichen Absender über einen bekannten Kontaktweg nach. Wer geschäftlich viele Rechnungen empfängt, sollte im Team vereinbaren, dass Zahlungsänderungen, zum Beispiel eine neue Kontonummer eines Lieferanten, immer telefonisch bestätigt werden.

Wenn Familie und Kollegen betroffen sind

Gerade ältere Angehörige oder neue Mitarbeitende werden gezielt angesprochen. Hilfreich ist eine einfache Absprache: Wer eine verdächtige Nachricht erhält, zeigt sie zuerst jemand anderem, bevor er reagiert. Schaffen Sie eine Umgebung, in der Nachfragen ausdrücklich erwünscht sind und niemand sich schämen muss, auf eine Masche hereingefallen zu sein. Je früher ein Vorfall gemeldet wird, desto besser lassen sich Konten sperren und Zahlungen zurückholen. Viele Betrugsversuche leben davon, dass Betroffene aus Scham schweigen.

Fazit

Gegen Phishing hilft vor allem eine Gewohnheit: Bei Druck, Link und Datenabfrage zuerst innehalten. Prüfen Sie Absender und Link-Ziel, rufen Sie Dienste über den eigenen Weg auf, und geben Sie Zugangsdaten nur dort ein, wo Sie selbst hingefunden haben. Sollte doch einmal ein Klick passieren, begrenzen schnelle Schritte den Schaden erheblich.

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Häufige Fragen

Woran erkenne ich eine Phishing-SMS?

Typisch sind unbekannte Absender, ein Kurzlink, Zeitdruck und angebliche Paket- oder Kontoprobleme. Rufen Sie den Dienst über die offizielle App oder Website auf, statt den Link anzutippen.

Reicht es, die Mail zu öffnen, um sich zu infizieren?

In der Regel nein. Gefährlich werden Klicks auf Links, geöffnete Anhänge und die Eingabe von Daten. Deaktivieren Sie im Mailprogramm das automatische Nachladen externer Bilder.

Was tun, wenn ich Daten auf einer Fälschung eingegeben habe?

Ändern Sie sofort das Passwort bei dem Dienst, aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Anmeldung und informieren Sie bei Bankdaten Ihre Bank. Der Sperr-Notruf ist 116 116.

Kann ich Phishing-Mails weiterleiten oder melden?

Ja, über die Funktion „Phishing melden“ Ihres Mailprogramms. Weitere Meldewege und aktuelle Maschen finden Sie beim Phishing-Radar der Verbraucherzentrale.

Schützen Passkeys vor Phishing?

Weitgehend ja. Ein Passkey funktioniert nur auf der echten Domain, auf einer nachgebauten Seite lässt er sich nicht einsetzen.

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